• Kistendüfte

    Wir haben die meisten Kisten mittlerweile durchwühlt. Der Geruch ist unbeschreiblich. Aus den Kartons aus China riecht es ganz grauslich heraus. So eine Mischung von Kerosin und Lösungsmitteln. Auch die Kleidung riecht so - schrecklich! Insbesondere das Seidenpapier ist unerträglich.

    Die Kisten, die in Deutschland eingelagert waren riechen ähnlich, allerdings nicht so stark. So liegt der Gedanke nahe, dass die Kartons gegen Ungeziefer behandelt wurden. Und vor mir liegt ein endloser Waschmarathon - so kann man ja keine Kleidung tragen...

    Dieses Wochenende werden wir also endgültig umziehen - endlich!

    Und danach sollte der Rechner angeschlossen sein und irgendwann auch wieder ein Internetanschluss existieren. Die Telekom war superhilfreich, weswegen wir nicht mal im Ansatz eine Ahnung haben wie das weitergehen wird ;)!

    Ich wünsch Euch allen noch wundervolle Feiertage und ein schönes Neues Jahr!

  • Kleines Lebenszeichen

    Meine Güte, die Wochen rasen dahin!

    Morgen kommen nun endlich, endlich die Container, wir haben eine Wohnung gefunden, das Arbeitsjahr ist erstmal für uns Beide vorbei, wir atmen auf wenn Sonntag ist und wir so langsam aus dem ständigen Übergang herauskommen. Nichts gegen die Übergangswohnung, die ist toll, wirklich, aber ich möchte endlich ein "Zuhause" haben.

    Ausserdem ist es weniger lustig abends nach der Arbeit erst noch Wohnungen anzuschauen. Das Leben aus ein paar Kartons ist zwar machbar, aber ich bin doch gespannt auf all die Kartons, die da aus den Containers kommen werden. Auch lustig: hunderte von Kartons zum auspacken! Wir haben richtig spannende Weihnachten ;)!

    Morgen kommt also auch endlich mein Rechner mit den Bildern, dann wird dieser Blog auch noch um die Koreageschichten erweitert werden.

    So, die Weihnachtsgeschenke sind gekauft, die Wohnung wird eingerichtet und bald, ja wirklich bald sind wir wieder richtig zu Hause!

  • Witzig

    Das fand ich heute total goldig:

    Stuttgart (dpa) - Auf ihrer Flucht vor dem Kochtopf sind in Stuttgart zahlreiche Krebse und Hummerkrabben von Polizisten auf der Straße gestoppt und gerettet worden. Passanten hatten Beamte der Innenstadt-Wache darauf aufmerksam gemacht, dass eine Straße von einer Horde Schalentiere bevölkert werde. Die Spur führte die Beamten zu einem Asia-Shop, dessen Eingangstüre offen stand und lediglich durch ein Rollgitter gesichert war. Ein Tierschützer half den Beamten, die Krebse einzusammeln und in ein Tierheim zu bringen.

  • Schreibfaul

    So richtig packen will mich der Blogvirus momentan nicht...

    Nun arbeite ich schon wieder eine Woche! Mensch, die Zeit, gelle, die rast so dahin!

    Heute war ich mit Marc Badmintonspielen. In einer Halle mit 4 kleinen Courts, wie das in Neudeutsch heisst. In China sind es ja meist riesige Hallen mit einigen Plätzen darauf.

    Nebenan wurde ein Vierer gespielt. Ich konnte es gar nicht glauben. Was für ein Geschrei! Hörte sich an wie auf einem Kriegsschauplatz, es hagelte nur so Schimpfworte! Entsetzlich! Da wurde der Mit- oder Gegenspieler mit guten Ratschlägen überhäuft: "Spiel nach links, Herrgott", "Ja, verdammt, was soll das?" usw. usw.

    Ein Durchschnittschinese hätte schon längst Angst bekommen und wäre davongelaufen. Ich am liebsten auch!

    Mich haben die Szenen an meine ersten Sporterfahrungen im Verein erinnert. Dieser furchtbare dahingerotzte Umgangston. Chinesen rotzen auf die Strasse, Deutsche ständig - jeder auf seine Weise. Und warum man in der Freizeit beim Sporteln jetzt auch noch solch einen Leistungsdruck aufbauen muss, das ist mir ganz unverständlich.

    Momentan versuche ich den Sohn einer Freundin dazu zu überreden der Jugendgruppe unseres Tauchvereines beizutreten. Vielleicht hatte der auch so tolle Sportvorbilder, wie die unmögliche Truppe heute nachmittag. Kein Wunder lässt sich der Bub nicht dazu bewegen in einen Verein einzutreten - das hatte ich mir auch mal geschworen. Aber ich sprech ihn jetzt nochmal darauf an und erzähle ihm von den Irren im Badmintoncourt.

    In China läuft Badminton anders. Da werden Witze gemacht, die Leute spielen meist in Strassenkleidung und (wenigstens in meiner Halle)meist nicht sehr gut. Man spielt um Spass zu haben, nicht um zu gewinnen. Und im Gegensatz zu China werden nur gute Spielzüge kommentiert. Schlechte werden korrigiert indem man dezent darauf hinweist, dass man das Problem auch mal hatte und es so oder so verbessern konnte. Ganz ohne Schimpfworte.

    Und wenn ich schon mal am meckern bin:
    Autofahren in Deutschland ist grausam! Ehrlich!

    Ich wohne in einer Ecke Stuttgarts, die mir fremd ist. In China könnte ich an jeder Strassenecke stehen bleiben und nach dem Strassenschild suchen. Hier muss ich weiterfahren, weil die hinter mir mich sonst umbringen! Heiliger Bimbam, ist das ein Gedrängel!

    Und nebenbei: das Essen ist hier auch nicht sooo toll!
    Bis auf Schwiegermutters Käsekuchen.. schmelz...

    Die Koreabilder werde ich demnächst in einem Anfall von Blogschreibwut bringen. Ich warte nur noch auf die Schreibwut ;)!

  • Realität in China

    Es ist verblüffend wie schnell wir uns wieder umgewöhnt haben. Manchmal erscheint China ganz weit weg, als wären wir schon seit Jahren wieder zurück.

    Heute sah ich in einem anderen Blog einen eindrucksvollen Eintrag zum Thema Umweltverschmutzung gesehen: im Schanghaiblog!

    Wenn ich Zeit habe durchforste ich mal meine Festplatte und zeige Euch die unglaublichen Bilder eines Autos, das für 10 Tage ungeputzt geparkt stand...

    Wenn ich mir das so ansehe und schaue hier in Stuttgart zum Fenster raus - hach, da bin ich rein aus gesundheitlichen Gründen auf jeden Fall froh zurück zu sein...

  • Heimatchaos

    Hm.... China ist gerade unendlich weit weg!

    Eigentlich wollte ich die Koreabilder einstellen, habe aber festgestellt, dass ich in der Eile die Bilder von der Kamera auf meinen Standrechner anstatt auf die externe Festplatte gespielt hatte. Nun mal gucken, was der Herr Gemahl an Bildern zu bieten hat. Das dauert allerdings noch ein paar Tage.

    Die erste Woche haben wir im Hotel verbracht, nun wohnen wir ein Weilchen in einer Übergangswohnung. Die übertrifft meine wildesten Hoffnungen!!!!! Ganz toll! Möbliert mit allem Pipapo, wir haben sogar ein Bügeleisen! Man stellt immer nur fest was alles in einen Haushalt gehört, wenn man es nicht hat und im Hotel mit zerknitterter Kleidung, das war auch kein Spass!

    Mit der neuen Arbeit hat es geklappt, ich habe eine neue Stelle im "alten" Bereich, da freue ich mich sehr!

    Momentan sind Marc und ich vom deutschen Reichtum, der deutschen Sauberkeit und der schwäbischen Bruddeligkeit noch ganz überwältigt. Wobei letztes tatsächlich für manchen sprachlosen Moment bei uns gesorgt hat. Aber wie heisst es so schön: Keine Angst, der ist Schwabe, der meint das nicht so, der beisst schon nicht, der will nur spielen...

    Nun sind wir dabei Familie,Bekannte und Freunde zu besuchen, machen Ausflüge in diese herrliche Natur und am liebsten würde ich gerade einen Blog über das unfassbar wundervolle schöne Deutschland machen. Alleine der Fernblick... schmelz! Und über den ersten Besuch beim Bäcker könnte ich Bücher füllen!

    Gleichzeitig vermisse ich meine liebgewonnen Chaoten, es ist sehr ordentlich hier und immer, wenn jemand aus der Reihe tanzt, ruft der beste aller Ehemänner: "Chinesen am Werk!". Was gar nicht stimmt ;)!

    Interessant ist es auch, dass ganz viele Japaner gar keine sind! Jawoll! Am Sonntag fiel uns die Decke auf den Kopf und nach einem spontanen "Wohin?" fuhren wir nach Rothenburg ob der Tauber. Lauter Chinesen! Es gibt sogar die Stadtführer in Mandarin!

    Vor dem Kriminalmuseum wurde ich von einer Chinesin in bestem Deutsch nach dem Weg gefragt. Hm, ich habe mich nicht getraut auf Mandarin zu antworten, sie hätte meine schlechte Aussprache wahrscheinlich nicht verstanden, aber ganz kurz war ich wieder in Xi'an. Ein komisches Gefühl. Wie Heimweh. So ein bisschen....

  • DMZ-Tour - das Finale

    Hm... wie erzaehlt man vom reinen Chaos? Vielleicht so: es gibt 2 Touren zur DMZ, aber man hat ein paar Tage lang den Ansprechpartner fuer die falsche Kaserne im Internet gehabt. Pech fuer alle Beteiligten...

    Die Dame, die uns also vergeblich auf der Liste sucht, weil wir ja nun doch am falschen Abfahrtsort sind, erinnert mich an einen Besuch im Landratsamt meiner Geburtsstadt in den achtziger Jahren. Da wurde ich verbal dermassen abgebuegelt, dass mir die Ohren brannten. Heute ging es mir ebenso, ich war schlicht sprachlos von so einem indiskutablen Verhalten. Dabei heisst es immer Amerikaner seien so freundlich - diese Dame ist es nicht, sie ist mit der Schuldfrage beschaeftigt, insbesondere mit der aggressiven Auesserung SIE SEI NICHT SCHULD!!! Aber wer soll das in diesem Falle ueberhaupt sein, solche Dinge passieren eben!

    Allerdings ist es wie in China auch - am Ende gibt es eine Loesung. Gibt es die nicht immer? Gehts aber auch freundlich? Normal? Ohne Ausfallerscheinungen? Puh!

    Am Ende sitzen wir also doch im Bus, die Welt ist auch nicht untergangen und der Rest der amerikanischen Mitreisenden ist wie gewohnt smalltalkfreudig und nett!

    Bloed ist nur dass wir die erklaerenden Kommentare akustisch nicht wirklich mitbekommen. Der koreanische Fremdenfuehrer spricht ungefaehr so schlecht englisch wie die Chinesen, aber die chinesische Version von englisch sind wir gewohnt, mit der innovativen Grammatik kommen wir zurecht. Der koreanische Fuehrer spricht jedoch koreanisches Englisch, das ist irgenwie auch wieder eine Sprache fuer sich :)! Das deutsche Englisch des jungen Mannes ein paar Sitze vor uns aber auch!

    Nun ja, wir haben ein Buechlein ueber die Einzelheiten gekauft, wenn ich die Bilder einstelle kann ich dann sachkundig erlaeutern!

  • Seoul - DMZ-Tour die Zweite

    Heute morgen waren wir als erstes beim amerikanischen Militaer um zu fragen, ob die DMZ-Tour von der Stadtmitte aus startet. Es hiess: JA.

    Die Superfachkraft, bei der ich gebucht hatte, meinte per Email: NEIN.
    Angeblich gaebe es 2 verschiedene Touren, eine von Seoul aus, eine von Pyeongtek aus. Sie waere der Meinung gewesen wir haetten Freunde in Pyeonktek besucht, eine Aenderung des Tourstartes sei nicht mehr moeglich weil zu spaet und ueberhaupt sei das unser Problem. Wie kommt die Frau darauf, dass wir Freunde in Korea haben?

    Ich sach hier mal gar nichts zu, aber mir darf keiner mehr ueber Chinesen schimpfen. Ich wills nicht mehr hoeren, echt. Chinesen wuerden mich morgens abholen und persoenlich nach Pyeongtek fahren. Wenigstens aber waeren sie NETT!

    Aber wir fahren jetzt morgen frueh zu dem Treffpunkt in Seoul und gehen mal davon aus, dass die Superfachkraft Mist gebaut hat und lieber luegt als dies zuzugeben. Ihre Emails legen den Schluss nahe. ABENTEUER!!!!!!

  • Immer diese Amis

    In Seoul kann man eine sogenannte DMZ-Tour buchen, man kann die Demilitarisierte Zone zwischen Sued- und Nordkorea besichtigen. Angeblich soll die allerbeste Tour dieser Art von den amerikanischen Truppen organisiert werden, so haben wir diese online gebucht.

    Die superfreundliche Dame, die dies organisiert, teilte uns gestern auf Anfrage mit wie wir zum Treffpunkt gelangen koennten. Mit der Bahn zu einer Stadt namens Pyeongtek im Sueden Seouls, eine Stunde Zugfahrt entfernt. 06.05 Uhr! Puenktlich bitte! Allerdings waere es besser wir wuerden in Pyeongtek uebernachten, weil wir mit oeffentlichen Verkehrsmitteln gar nicht puenktlich erscheinen koennten 8|!

    Wo sollen wir nun bitte fuer heute Nacht ein Hotel in einer Stadt finden, von der ich nicht weiss wo die ist? Und englisch wird in Korea nicht ganz so fliessend gesprochen, wie man sich das wuenschen koennte.

    Also haben Marc und ich im Internet nachgeguckt. Der Treffpunkt ist tatsaechlich in Seoul, 3 Metrostationen von unserer Herberge entfernt. Um 07.30 Uhr. Puenktlich.

    Ich werde die Dame vom Organisationteam mal von ihrem eigenen Angebot informieren. Ich bin sicher, sie wird begeistert sein :roll:!

  • Gyeongju

    Gestern sind wir bei Dauerregen in den Bus eingestiegen und kamen nach 5 Stunden in Gyeongju an. Das Wetter leicht durchwachsen, aber mittlerweile haben wir im Fernsehen gesehen, dass dies an einem Taifun liegt, der momentan gerade das chinesische Festland erreicht...

    Abends trafen wir ein nettes Ehepaar aus Hamburg. Die beiden sind vietnamesischer Abstammung und wir verstanden uns sehr gut und gingen miteinander essen. Sie reisen auch gerne und so konnten wir unsere Erfahrungen austauschen. Sehr nett.

    Heute morgen waren wir puenktlich an dem Reisebuero und begannen unsere Tagesfahrt. Das war eine gute Entscheidung, weil wir nun an einem einzigen Tag die wichtigsten Sehenswuerdigkeiten besichtigen konnten.

    Obwohl Korea in einer so unguenstigen Situation zwischen China und Japan liegt, hat es dieses kleine Volk durchaus geschafft eine ganz eigene Kultur zu schaffen! Die Grabanlagen unter diesen huebschen Grashuegeln! Richtig angetan hat es mir ein kleines Trinkgefaess, das einen Reiter aus seinem Pferd darstellt. So fuhren wir also zu Tempeln, Museen, Grabanlagen und einer Sternwarte. Toll, aber die Fuesse tun weh :)!

    Dazu hatten wir absolutes Glueck mit dem Wetter! Man kann sich gar nicht vorstellen, wie wundervoll blauer Himmel und Schaefchenwolken auf Menschen wirken die taeglich nur Smog gewoehnt sind!

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